Wiebke Winckler


Mein Besuch bei Madame Firmine am 20. November 2010

Am 20.11.10 besuchte ich zum ersten Mal Madame Firmines „Säuglings- und Kinderpäppelstation" in Possotomé, ca. 17 km entfernt von Comé in der westafrikanischen Republik Benin.

Das Grundstück ist recht groß, mäßig grün und bietet mit dem großen Mangobaum auf dem Hof angenehmen Schatten. Außer den 3 Hauptgebäuden, Wohnhaus mit Büro und Vorratsräumen, Küchenhaus und Schlafhaus mit überdachter Veranda, gibt es etwas abseits noch 3 Kabinen zum Duschen für die Ersatzmütter und ein kleines Gebäude mit Toilette.

Der ca. zweijährige David wirbelt über den Hof, durchforstet meine sämtlichen Hosentaschen oder turnt auf der Treppe. Er schlief früher am Straßenrand, sein Vater hatte ihn aus unbekannten Gründen verstoßen.

Außerdem leben und wohnen noch zwei größere Jungen und ein 14jähriges Mädchen auf dem Gelände, denen Firmine den Besuch einer Schule ermöglicht. Die großen Kinder helfen außerhalb der Schulzeit bei der täglichen Arbeit, die Jungen bevorzugt beim Gemüseanbau und das junge Mädchen bei der Versorgung der Säuglinge, den größten Sorgenkindern von Firmine.

Alle waren sie entweder komplett fehl- oder unterernährt bis fast verhungert von Firmine in den umliegenden Dörfern entdeckt worden. Jedes Baby wird von „seiner" Ersatzmutter innerhalb von 2 - 3 Monaten aufgepäppelt, oft anfangs mit stündlicher minimaler Nahrungsgabe, die dann mit der Zeit gesteigert wird. Der Erfolg wird anhand von Fotos dokumentiert, eines bei Aufnahme und eines bei Entlassung.

Als Ersatzmütter fungieren Frauen, die zu alt sind für die schwere Arbeit auf den Feldern. Sie haben hier bei Madame Firmine eine sinn- und verantwortungsvolle Aufgabe gefunden, die auch noch ein ganz klein wenig Geld einbringt. Jede von ihnen sorgt liebevoll für „ihr" Baby.

Im Schlafhaus stehen nur große Betten. Zwar alle mit Moskitonetzen versehen, aber ohne Laken für die Matratzen, und es sind eben Erwachsenenbetten. Zu jedem Schlafenlegen müssen sie von den Müttern so präpariert werden, dass kein Säugling aus dem Bett auf den Boden fallen kann.

Es ist einfach enorm, was hier für eine großartige Arbeit mit minimalen Mitteln geleistet wird! Es mangelt an so vielem, eigentlich an allem, außer an Liebe und Zuwendung für die Kinder.

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